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Mannzug

In der vergangenen Woche waren - man höre - die Männer unterwegs in Sachen Sachen. Jahrelang trugen wir schwarz auf und wir fanden, dass es nun an der Zeit ist, etwas mehr Farbe zuzulassen. Also machten wir uns kurzerhand auf nach Braunschweig, um dort, bei Walbusch, nach neuen Anzügen Ausschau zu halten. Während sich Alex von Hannover aus aufmachte, fuhren Olli und ich von Oebisfelde los.
Nun, der Weg dahin war, sagen wir einmal, etwas umständlich. Das begann bereits mit Ollis großartiger Kartenvorbereitung. Vorbildlich hatte er einen Ausdruck des Plans vor Ort, also Braunschweig, angefertigt. Leider hatte sein Drucker anscheinend keine Lust gehabt und so war kaum mehr als dezentes Grauweiß auf weißem Papier zu sehen, für die Fahrtenbeschreibung völlig unzureichend. Nun gut, dank diverser Handy-Apps fanden wir den Weg ins Parkhaus dann doch recht schnell, allein der Fußweg zum Ziel blieb uns weiterhin rätselhaft. Es schien uns daher angemessen, diverse Einheimische nach dem Weg zu fragen. Es ist schon erstaunlich, zu welchen Leistungen der menschliche Geist im Stande ist, wenn es darum geht, die eigene Inkompetenz geschickt zu überspielen. Während uns einige zuerst "links, dann rechts und dann wieder links" schickten, stellten wir, dort angekommen, fest, dass - wie andere alsgleich bestätigten - wir erst hätten "rechts und dann nochmal rechts" gehen müssen, aber in anderer Richtung!!! Nun gut, wir fanden schließlich den Weg und das Geschäft. Doch wo war Alex? Irrte er etwa noch immer verzweifelt in Braunschweig herum, von Einheimischen völlig "kompetent" fehlgeleitet? Suchte er etwa noch nach einem Parkplatz im Braunschweiger Baustellenlabyrinth? War er überhaupt in Braunschweig oder doch nach Wolfsburg weiter gefahren? Nein, als wir eintraten, lag Alex schon auf einem Plumeau, umringt von wunderschönen Damen, die ihn abwechselnd aus- und ankleideten, während er genüsslich an seinem Scotch schlürfte. Das zumindest war wohl sein Traum, als wir ihn je aus seinem Halbschlummer im Laden rissen. Die Realität war nüchterner, aber keineswegs weniger reizvoll. Sofort wurden wir freundlich von der sympathischen Filialleiterin begrüßt, die sich dann knapp 90 Minuten intensiv mit unseren Adornokörpern beschäftigte. Selten habe ich eine solch kompetente und zugleich herzliche Beratung erlebt! Und wir? Wir gaben wirklich alles. Wir wechselten die Hemden und Hosen im 3/4-Takt, diskutierten die Vor- und Nachteile der Haute Couture im alltäglichen Gebrauch, unterbrochen nur von gelegentlichen Charmeoffensiven, und immer wieder schmiss sich vor allem Olli mit ganzem Körpereinsatz ins Zeug, dass es nur so eine Freude war, ihn unter all den Hemden und Sakkos überhaupt nicht mehr zu sehen. Das Ergebnis: Drei edle Anzüge und sechs Hemden werden demnächst auf unseren Leibern sitzen wie angegossen - hoffen wir. Die Vorfreude ist jedenfalls bei uns Männern sehr groß!!!
Übrigens, Schuhe und Schlipse brauchen wir noch...

Fortsetzung folgt...